Tote Schwäne und Wasservögel im Landwehrkanal – der Senat muss Wasservögel besser schützen

Das Sterben der Schwäne und allgemein der Wasservögel im Landwehrkanal hat viele Menschen traurig bewegt – auch mich. Über einen längeren Zeitraum wurden immer wieder sterbende oder tote Tiere entdeckt, die zuständigen Behörden blieben jedoch teils untätig. Die Menschen, die helfen wollten, fühlten sich ohnmächtig und waren verzweifelt.

Deshalb habe ich den Senat sowohl im zuständigen Ausschuss als auch mit einer schriftlichen Anfrage um Auskunft gebeten. Die Antworten zeigen jedoch vor allem eines: Viele zentrale Fragen bleiben offen.

So gibt es bereits keine verlässliche Gesamtzahl der verendeten Tiere. Die Bezirke Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Reinickendorf melden insgesamt 270 verstorbene Wasservögel. Der Senat selbst konnte oder wollte keine Zahlen vorlegen. Auch beim Landwehrkanal selbst bleibt die Datenlage ungenau. Eine klare Gesamtübersicht und Zuordnung fehlt.

Ursachen komplexer als von Senatorin Bonde dargestellt

Als wir Senatorin Bonde im Ausschuss befragt haben, hat sie fast ausschließlich über die Vogelgrippe als Ursache für das Sterben der Tiere gesprochen. Die Antworten des Senats in meiner Anfrage zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild: Von den insgesamt 520 getesteten toten Wildvögeln wurde lediglich bei rund jedem fünften Tier die Vogelgrippe festgestellt.

Gleichzeitig wird deutlich, dass die Witterung und die Qualität des Landwehrkanals eine große Rolle gespielt haben. Doch genau hier, wo der Senat tatsächlich Handlungsspielraum hat, sind die Antworten unzureichend. Auf unsere Frage, was der Senat zu tun gedenkt, um den Lebensraum Landwehrkanal wildvogelfreundlicher zu gestalten und Schwäne sowie andere Vögel besser zu schützen, bleibt er eine inhaltliche Antwort schuldig.

Was daraus folgen sollte

Aus meiner Sicht braucht es Konsequenzen, um in Zukunft besser vorbereitet zu sein und ein Sterben in diesem Ausmaß zu verhindern:

  • ein früheres und koordinierteres Handeln
  • klarere Zuständigkeiten und bessere Ausstattung für Bergungen
  • eine stärkere Unterstützung von Einrichtungen wie der Wildvogelstation des NABU, die bisher keine Wasservögel am Berliner Standort aufnehmen können.
  • mehr Aufmerksamkeit für den Schutz von Wasservögeln und ihren Lebensräumen
  • den Landwehrkanal als Lebensort von Wasser/Wildvögeln anerkennen und dort für gesunde Lebensverhältnisse sorgen, denn die Tiere leiden das ganze Jahr an schlechten Umwelteinflüssen, Klimawandel und schlechter Wasserqualität.